...Papiertheater hat eine lange Tradition...

Und erfährt jetzt

eine frische Renaissance...

Tradition und Gegenwart





               Bemerkungen zur Geschichte des Papiertheaters 


Als Friedrich Schiller  in seinem Aufsatz von 1802 „Die Schaubühne als moralische Anstalt betrachtet", auf  den erziehlichen Wert des Theaters hinwies, hatte er sicher noch nicht geahnt, dass er beim aufsteigenden Großbürgertum seiner Zeit einen wahren Theaterwahnsinn entfesseln würde. Von den neuentwickelten Drucktechniken unterstützt, wurde das „Papiertheater" zur rechten Bildungseinrichtung.

Ach, was waren das noch für Zeiten, als Eltern mit ihren Kindern und für ihre Kinder Theaterstücke von großen Meistern zum Leben erweckten und so nicht nur die spielerische Lust weckten, sondern Bildung und Sprache ins Wohnzimmer und in die Herzen und den Verstand der Zuschauer zu zaubern verstanden.

Das Papiertheater des 19. Jahrhunderts bearbeitete die einschlägigen Werke der Literatur, der Oper und des Theaters. Eltern schnitten gekaufte Bögen aus, bastelten ein Proszenium und Bühnenbilder. Mit Kerzenlicht und Seidenpapier wurden reizende Effekte erzeugt. Im Familienkreis und für Freunde wurden die verkleinerten Werke großer Meister  wie „Der Fliegende Holländer", der „Freischütz" oder „Wilhelm Tell" aufgeführt.

Eine Art Fernseher noch lange bevor selbst das Kino erfunden wurde.  Diese besondere Kunstform erfährt seit einigen Jahren in Europa und Amerika eine lebhafte Renaissance.

Wer sich dem Zauber einmal hingegeben hat, kann schon leicht süchtig werden. 


Richard von Weizsäcker erinnert sich in seinem Buch „Vier Zeiten" an seine frühe Kindheit und den immer traditionell wiederholten Ablauf der Weihnachtszeit. Unter anderem wurde seinem ältesten Bruder Carl Friedrich alljährlich ein kleines Theater ausgehändigt, das in liebenswerter Art wie folgt beschrieben wird:   „Der Älteste erhielt ein kleines Theater mit veritablem Vorhang, Kulissen und mit Figuren, die zum großen Teil von künstlerisch begabten Erwachsenen der Familie angefertigt worden waren. Man klebte die bemalte und ausgeschnittene Figur auf Pappe, befestigte sie unten mit einem Holzklotz, so dass sie stand, konnte sie an Drähten bewegen und auf der Bühne herumspringen lassen. Da führen dann zuweilen meine Eltern am Weihnachtsabend ein bekanntes Märchen auf, zum Beispiel den Gestiefelten Kater, aber mit selbstverfassten Texten, gespickt mit ziemlich unverblümten Charakterisierungen der Kinder und ihrer

Unarten, voller erzieherischer, individuell zugeschnittener Pointen. Es war ein unbeschreiblich köstliches und unübertrefflich wirksames Vergnügen."   


Papiertheaterfestivals z.B. die Preetzer Papiertheatertage,

alljährlich Anfang September, zeigen die unterschiedlichen Tendenzen  und Ausprägungen dieses neu zum Leben

erwachten Miniaturspektakels. Ein Besuch lohnt sich für alle, die ein großes Spektrum an

Verwirklichungen großer Ideen auf kleinem Parkett hautnah erleben wollen.

Also, vergessen Sie nicht „ Preetz „ und sein Papiertheaterfestival ist eine Reise wert!

...und uns begegnen Sie dort auch, aber nicht als Akteure, dort wollen wir nur schauen und mit Ihnen

genießen, was Papiertheater ausmacht:

Die große Welt des Theaters in Miniaturformat  -  und das Herz geht über!

Ach, es ist schon ein Jammer, wenn ein Vater wegen seines geliebten Töchterchens all seine Amtsgeschäfte vergisst, selbst seine anderen Töchter vernachlässigt, und nur eins im Sinn hat: Das Mädchen nach Strich und Faden zu verwöhnen. Doch bald merkt er, dass sich ihr Wesen verändert. Wenn einem Kind jeder Wunsch erfüllt wird, dann kann es schon

passieren, dass es sich in ein kleines Monster verwandelt... Was dem kleinen Prinzesschen dann aber noch widerfährt,  das kann man bei dieser Theateraufführung miterleben.

DER FROSCHKÖNIG v. Gabriele Brunsch nach Grimm


Termine